Sonntag 05.09.2010


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Dresden – hier kann man leben

Eine Einladung Zwischen Barack und Barock, so scherzhaft und treffend zugleich habe ich die städtebauliche Situation der Stadt an der Elbe bis zur Wende umrissen. Selbst heute noch, da wir nach vorn ins 21. Jahrhundert blicken, gibt es aufgrund der noch vorhandenen Stadtbrachen – entstanden durch Abriss ganzer Ruinenviertel nach dem Zweiten Weltkrieg - keine geschlossene Infrastruktur in der Innenstadt, weder eine Umgehungsautobahn noch ein verdichtetes Zentrum, wie es vergleichsweise Leipzig aufzuweisen hat.

Aber was für eine Lage hat diese Kulturstadt, die sich gemessen am Reichtum von Kunst ohne weiteres mit anderen europäischen Metropolen messen kann! Erich Kästner erinnert sich in „Als ich ein kleiner Junge war“ gern an seine Heimatstadt, in der eine große Vergangenheit und die pulsierende Gegenwart miteinander im Einklang lebten. „Und mit der Landschaft zusammen, mit der Elbe, den Brücken, den Hügelhängen und den Gebirgen am Horizont ergab sich sogar ein Dreiklang: Geschichte, Kunst und Natur schwebten über Stadt und Tal...“

Mit der Bezeichnung Kulturstadt konnte ich seit jeher Gäste und Freunde überzeugen. Allein die Semperoper als eines der Wahrzeichen wirbt für Touristen wie ein Flaggschiff, im Gefolge Theater wie das Schauspielhaus, die Kreuzkirche und die Hofkirche als Auftrittsorte weltbekannter Knabenchöre – Kreuzchor und Kapellknaben – mit sich ziehend , die nicht nur zur Weihnachtszeit Bachs Oratorien sondern auch um Ostern oft besuchte Passionen in ihrem Programm haben. Allein die ehrwürdige Staatskapelle, die Dresdner Philharmonie und die zahlreichen kleineren Kammerchöre garantieren fast an jedem Wochenende Konzerte für jeden Geschmack. Dabei will ich keineswegs unterschlagen, dass nicht nur die Liebhaber seriöser Musik auf ihre Kosten kommen, sondern durch das internationale Dixieland-Festival und Gastkonzerte die Fans der Rock – und Popszene kaum benachteiligt sind. Von den Filmnächten am Neustädter Elbufer schwärmen inzwischen nicht nur die Dresdner, die mit Kinos ausreichend versorgt sind. Und natürlich gehört zu Dresdens Markenzeichen auch das Elbhangfest, das von Bürgern für Bürger veranstaltet, alljährlich die Herbeiströmenden begeistert. Ganz nebenbei erfahren die Fremden, dass vor Ort an den Hängen von der Lößnitz bis Pirna stromaufwärts sich eines der nördlichsten Weinanbaugebiete von Europa befindet und dieser edle Tropfen sogar mundet.

Warum sind Intellektuelle und Künstler wie der Nobel-Preisträger Günter Blobel und der leider verstorbene Stardirigent Giuseppe Sinopoli hierher gekommen? Die Antwort finden sie selbst, wenn sie in Dresden arbeiten und leben werden. Steigen Sie auf einen der Türme, z. B. den Hausmannsturm im ehemaligen Residenzschloss, auf den Rathausturm oder bald schon auf die Kuppel der Frauenkirche, die 2005 bereits fertiggestellt wird. Dann wird man auch schon am Neumarkt wohnen und einkaufen können, dort wo eben noch emsige Archäologen die Ursprünge der Stadt ergründeten. Die Einheimischen, zu denen Sie bald gehören werden, wollen ein schönes Stadtzentrum aufbauen und mischen sich leidenschaftlich in die Stadtplanung ein. Soviel wie möglich von der alten Architektur retten – freilich mit neuen Nutzungskonzepten - heißt die Devise.

Mancherorts belächelt man die Dresdner wegen ihres Eifers : Aber was daran ist so verwerflich, dass man mit wenigen Bauten, die nach der Bombennacht des 13. Februar 1945 in den zurückliegenden 50 Jahren rekonstruiert worden sind, an Sachsens Glanz und Gloria erinnert ?
Nur mit Geschichte und Tradition kann man anlocken. Dresden ist kein Freiluftmuseum, sondern verfügt auch über eine Kunsthochschule und Musikhochschule, ganz abgesehen von der Technischen Universität und Institutionen mit überregionaler Bedeutung wie die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek...

Wechseln Sie mit mir das Ufer: In der Neustadt, die größtenteils saniert worden ist und in der Albertstadt ( einst ein trostloses Kasernenviertel) pulsiert das Leben. Die Königsstraße mit ihrem Boulevard von Restaurants und Passagen ist ebenso eine Augenweide wie die Kunsthof-Passagen zwischen der Görlitzer und Alaunstraße. Von der Kneipenszene, den Galerien), kleinen Theatern; Lese-Cafe´s will ich gar nicht reden. Das muss man selbst oder mit neugewonnen Freunden entdecken.

Nach der großen Hochwasserflut 2002, die ganze Stadteile heimgesucht hat ( die äußerlichen Schäden sind kaum noch zu sehen) , wurde für das einzigartige Areal zwischen dem Theaterplatz mit Zwinger und dem Albertinum am Ende der Brühlschen Terrasse der Begriff Kulturquartier geprägt. Selbst jüngere Bewohner der Landeshauptstadt wissen es kaum zu schätzen, das hier auf engstem Raum weltbekannte Gemälde europäischer Meister auf dichtestem Raum versammelt sind. Raffael, Rembrandt, Tizian, Dürer und Cranach und die Schatzkammer des Grünen Gewölbes ( August des Starken Vorzeige-Museum), aber auch Penck und große Namen der Moderne . Das können Sie alles fast umsonst haben, sozusagen vor der Tür.

Jeder Stadtteil, ob die Gartenstadt Hellerau mit dem Festspielhaus oder die Villenviertel in Blasewitz, Loschwitz bieten sehenswertes. Grün ist nicht nur der Große Garten, gleich nebenan ist die Dresdner Heide, stromaufwärts können die Dresdner, die Gemütlichkeit vorziehen, mit den historischen Raddampfern zum Lustschloss Pillnitz und dann weiter bis in die Sächsische Schweiz schippern. Barockschloss Moritzbug, das 1000-jährige Meißen – die Wiege Sachsens – und Radebeul an der Sächsischen Weinstraße sind in weniger als in einer Stunde mit dem Auto erreichbar. Es ist ja in allen Himmelsrichtungen nicht einmal ein Radius von 50 km, den Sie kennen lernen sollten. Bald haben wir auch eine Autobahn, die A 17, die uns in die alte europäische Metropole Prag bringen wird. Der Flughafen in Klotzsche verbindet uns schon lange mit der übrigen Welt.

Gehen Sie auf Erkundungen, gelegentliche Enttäuschungen eingeschlossen. Seien Sie vorsichtig mit Ihrem Urteil, dass noch nicht alles so perfekt ist wie im Westen. Scheinbare Nachteile können sich genauer besehen als Vorteile herausstellen. Ich verspreche Ihnen nicht zuviel: Es lohnt sich, in der „kleinen“ Großstadt zu Hause zu sein. Denken Sie dabei auch an die Zukunft Ihrer Kinder.

Herzlich Willkommen!
Dieter Zumpe
Gläserne Manufaktur
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Blaues Wunderranz Holzapfel Unternehmensgruppe"
Blaues Wunder


   


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